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Neue Fricktaler Zeitung, 09.08.2007

Saurierfunde jetzt auch am Frickberg

Von: Yvonne Zollinger

Grabungen in Frick gaben vier Plateosaurier frei

Ein internationales Forscherteam fand bei neuen Grabungen in Frick fossile Überreste von vier weiteren Plateosauriern. Erstmals wurden auch am Frickberg Grabungen vorgenommen.

In minutiöser Kleinarbeit werden die Knochenfunde freigelegt
In minutiöser Kleinarbeit werden die Knochenfunde freigelegt. Foto: zVg

FRICK. Die Gesteinsschicht, welche in Frick seit Jahren die fossilen Überreste der Plateosaurier freigibt, ist eine Herausforderung für die Paläontologen. Zäh und hart wie Gummi sei der Boden, weshalb Maschinen kaum für die Ausgrabung eingesetzt werden könnten, sagte Ausgrabungsleiter Ben Pabst an einer Medienorientierung am Dienstag. Deshalb wurde während der jüngsten Ausgrabung viel Handarbeit geleistet. Vier Tiere wurden dabei freigelegt. «Darunter das bisher grösste Exemplar, ein sieben bis acht Meter grosses Tier», berichtete der Paläontologe.
«Der vollständigste Plateosaurierfund dieser Ausgrabung besteht aus 300 Knochen.» Für die Wissenschaft bedeutsamer seien allerdings die Funde von vier Plateosaurierhänden, da sie über die Frage, ob der Saurier auf zwei oder vier Füssen gingen, Auskunft geben könnten.

Aus dem Zugfenster entdeckt
Rund zehn Wochen lang hatte diesen Sommer ein internationales Forscherteam in der Gruhhalde bei den Tonwerken Keller AG und erstmals auch am Frickberg nach Sauriern gegraben. Die Fundstelle am Frickberg war durch Zufall von Ronald Ottiger aus Tegerfelden entdeckt worden. «Ich sah die Baugrube im Vorbeifahren aus dem Zugfenster und bin aus Neugierde am Sonntag darauf nach Frick gefahren, um sie zu untersuchen», berichtete er. Das geübte Auge des Fossilienkenners entdeckte dabei die Saurierknochen.
Noch bevor im Mai die schon länger geplante Grabung in der Tongrube Gruhalde begann, wurde Ben Pabst daher zur Baustelle am Frickberg gerufen, um die Fundstücke zu sichern. In dreiwöchiger Arbeit kamen dabei zwei Tiere ans Tageslicht. Darunter das fast vollständige Plateosaurierskelett. Dieses wird als Leihgabe an das Naturhistorische Museum in Leiden in Holland gehen, wie Heidi Birrer von der Saurierkommission mitteilte. Das Museum beteiligt sich im Gegenzug zu einem grossen Teil an den Kosten von 30 000 Franken für die Grabung. Die Präparation des Sauriers wird das Museum, je nach Zeitaufwand, weitere 100 000 bis 200 000 Franken kosten.

Grössere Schicht als vermutet
Dass auch am Frickberg Saurierknochen geborgen werden konnten lässt die Forscher vermuten, dass die Fossilien tragende Schicht eine grössere Ausdehnung hat als bisher angenommen. Sie vermuten, dass der Durchmesser rund 2,5 Kilometer beträgt. Am Frickberg steht die 210 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht durch eine Verwerfung senkrecht.

«Die Fundstelle in Frick hat europaweit die grösste Dichte an Saurierfossilien aufzuweisen», sage Ben Pabst. Dementsprechend gross ist das Interesse aus dem Ausland. An der diesjährigen Grabung beteiligte sich ausser dem Museum Naturalis in Leiden auch die Universität in Bonn.