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Mittelland Zeitung, 04.02.2006

Die Welt der Saurier im Schulhauskeller

 

Dokumentarfilm im Sauriermuseum vorgestellt über die Tätigkeit der Paläontologen in der Tongrube, die immer wieder aufschlussreiche Versteinerungen freilegen.

Monica Rümbeli führt im Sauriermuseum in Frick die Besucherinnen und Besucher mit viel Fachwissen durch die Zeitgeschichte ins Erdmittelalter zurück. Seit mehr als 7 Jahren ist sie im Sauriermuseum tätig und hat schon weit über 1000 Führungen gemacht (die AZ berichtete darüber). Und jetzt hat sie auch noch einen Film gedreht über die Saurierausgrabungen. Aus dem Aufnahmematerial, welches ungeschnitten rund 2 Stunden ausmachte, wurde ein publikumsfreundlicher Film von 20 Minuten Dauer produziert. Die gebürtige Ostschweizerin ist studierte Chemikerin und Naturwissenschafterin. Sie hat unter anderem an der ETH in Zürich Grundlagenforschung betrieben und war auch in Afrika tätig.

Mit ihrem Film zeigt sie die Welt der Dinos, die vor etwa 200 bis 220 Millionen Jahren gelebt haben. Nach wie vor ist Monica Rümbeli mit ebenso viel Herzblut wie Begeisterung dabei, Jung und Alt durch das Museum zu begleiten. (az)

Sogar mit dem Taschenmesser wird nach den versteinerten Überresten der Fricker Saurier gegraben: Monica Rümbeli hat über die Arbeiten einen Film gedreht. om

Eine mühsame Knochenarbeit für uralte Knochen
FRICK: Dokumentarfilm im Sauriermuseum vorgestellt über die Tätigkeit der Paläontologen in der Tongrube, die immer wieder aufschlussreiche Versteinerungen freilegen.

Jedermann bestaunt im Fricker Sauriermuseum, übersichtlich dargestellt und fein präpariert, die Knochen von über 210 Millionen Jahre alten Dinosauriern. Man sieht nur das Resultat, aber nicht den Weg. Nun zeigt die Betreuerin des Museums, Monica Rümbeli, in einem instruktiven, interessanten Dokumentarfilm die Arbeit der Forscher.

Im Mai 2004 begannen die Tonwerke Keller AG in der Tongrube hinter dem Bahnhof Frick mit dem Abbau einer neuen Schicht für die Backsteinproduktion. Dabei kamen erneut Fossilien zutage (die AZ berichtete darüber). Während 6 Tagen konnten die Forscher nach Dinosaurierknochen suchen und diese bergen: 136 versteinerte Knochen wurden damals gefunden, sichergestellt und präpariert.

Das Forscherteam mit Ben Papst im Mai 2004 in der Tongrube Frick am Freilegen von versteinerten Saurierknochen (Foto: CHR, Archiv)
Das Forscherteam mit Ben Papst im Mai 2004 in der Tongrube Frick am Freilegen von versteinerten Saurierknochen (Foto: CHR, Archiv)

Mit Kamera Grabungen begleitet
Die Leiterin des Fricker Sauriermuseums, Monica Rümbeli (vgl. Bericht auf diesen Seiten), begleitete mit ihrer Kamera die Grabungen. Zunächst sollten einfach die Grabungen festgehalten werden. Später entstand die Idee, das Material zu einer Dokumentation zu verarbeiten. Robert Rümbeli schnitt die Aufnahmen seiner Frau zu einem interessanten Film zusammen.

Die Aufnahmen sind nicht nur von hervorragender Qualität, sondern vor allem auch exklusiv. Man kann aus nächster Nähe mitverfolgen, wie die Paläontologen in mühsamer Kleinarbeit die Fossilien freilegen, sie in Gips verpacken und transportfähig machen. Der Film ist besonders auch als Einführung für Schulklassen gedacht.

Diese Woche fand im Sauriermuseum die Premierenvorstellung des Dokustreifens statt. Monica Rümbeli führte kurz in die Arbeitsschritte am Ausgrabungsort ein, zeigte die zum Teil sehr einfachen Werkzeuge (zum Beispiel Pinsel, Schäufelchen und Taschenmesser), welche benutzt werden, um die Fossilien freizulegen. Traum der Forscher wäre es, in Frick einen ganzen Raubsaurier zu finden.

Sicher hat es Raubsaurier gegeben, denn unter den 136 im Mai 2004 sichergestellten Knochen fand sich auch der Zahn eines Raubsauriers. Noch schöner wäre es, wenn man eine Schildkröte finden würde, heisst es aus Forscherkreisen.

Heute Samstag um 16 Uhr wird die Filmvorführung wiederholt. Die Veranstaltung, dazu gehört auch eine kurze Einführung in die Geologie und eine Führung durch das Museum, dauert etwa eine Stunde. Sie ist auch für Schülerinnen und Schüler bestens geeignet. (om)