Sie sind hier: Presse Archiv > 
DeutschEnglishFrancais
29.5.2017 : 4:02 : +0200

Presse Archiv

<- Zurück zu: Presse Archiv

Aargauer Zeitung, 18.08.2004

Mit Lehrpfad dem Dino auf die Spur kommen

Von: Geri Hirt

Frick: Projekt für eine attraktive Fusswegverbindung vom Sauriermuseum zur Tongrube mit den Saurierfundstellen

Das Sauriermuseum, im Primarschulhaus in Frick untergebracht, soll mit einem Dino-Lehrpfad, der vom Museum zur Tongrube Keller führt, ergänzt werden. Mit zusätzlichen Angeboten könnte die Attraktivität des Museums speziell für Schulklassen gesteigert werden.

Alljährlich besuchen 6000 bis 7000 Personen das Sauriermuseum in Frick. Der Gedanke, das Museum in den Kontext der einzigartigen Saurierfunde einzubinden und mit dem Fundort, den Tongruben, zu vernetzen, ist ein altes Anliegen. Die Idee eines Lehrpfades als verbindendes Glied zwischen Museum und Fundstelle hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frick vor einiger Zeit aufgegriffen. Dieser Verein hat bereits den Dino auf dem Verkehrskreisel initiiert und zusammen mit der Gemeinde Frick dessen Realisierung finanziert. Der Kreisel-Dino des jungen Künstlers Daniel Schwarz aus Effingen ist zu einem Wahrzeichen Fricks und längst zu einem Werbeträger der Gemeinde geworden.

Thema «Saurier» vernetzen
Gerade bei Schulklassen besteht ein starkes Interesse, das Thema Saurier vertieft zu behandeln. Interessant, insbesondere für Kinder, ist dabei die Möglichkeit, in der Tongrube selber nach Versteinerungen zu graben. Mit einem Lehrpfad soll einerseits eine Fusswegverbindung zwischen Museum und Tongrube hergestellt, andererseits sollen Informationen über verschiedene Themenbereiche vermittelt werden. Vorgesehen sind acht dreieckige Informationssäulen, die Texte und entsprechende Fotos zu Erdgeschichte, Geologie, Klima, Pflanzen, Tieren usw. enthalten werden. Die Info-Säulen sollen die neusten Erkenntnisse in einer verständlichen Art herüberbringen, sagte Monica Rümbeli, Leiterin des Sauriermuseums. «Die Information muss kompakt und anregend sein und sie soll die Neugier wecken.» Die dreieckigen Metallpfosten haben Seitenschenkel von je 30 cm und sie weisen eine Höhe von 2,5 m auf. Die Säulen könnten später mit einem Abguss eines Ammoniten versehen werden.

Wälchli-Garten als Zentrum
Im Bereich der Tongrube befindet sich der so genannte Wälchli-Garten. Dieser Garten, der rund 3,5 Aren misst, ist vor Jahren vom einstigen Mitarbeiter der Tonwerke Keller AG, Ernst Wälchli, angelegt worden. Er hat in dieses Refugium zweifellos nicht nur sehr viel Arbeit, sondern auch ein sehr grosses Engagement hineingelegt. Damit hat er sich in seiner Freizeit ein kleines Paradies, ein einzigartiges Bijou mit kleinem Gartenhäuschen, einem Biotop, Mäuerchen, Brunnen und Pflanzen geschaffen.

Der Wälchli-Garten wird als Ziel des Lehrpfades betrachtet. Von dort aus besteht die Möglichkeit, in der nahen Tongrube nach Fossilien zu graben - eine faszinierende Beschäftigung, insbesondere für ganze Schulklassen. In der Gartenanlage, die entsprechend mit Feuerstelle usw. zum Picknickplatz umgestaltet werden soll, wird sich Gelegenheit zur Rast bieten. Geplant sind auch Angebote im Zusammenhang mit Fossilien.

Ernst Wälchli - Der Saurierpionier
Als Cheflaborant war Ernst Wälchli bei den Tonwerken Keller AG in Frick für die Rohstoff- und die Qualitätskontrolle verantwortlich. Wälchli, ein passionierter Fossiliensammler, gilt als Entdecker des ersten Saurierknochens in Frick. Er war Gründer des Sauriermuseums, welches damals bei den Tonwerken eingerichtet wurde. Ernst Wälchli war aktives Mitglied bei den Mineralienfreunden Hochrhein und schuf viele Kontakte zu wissenschaftlichen Stellen. Eng mit der Natur verbunden, richtete er sich auf dem Fabrikareal sein eigenes Paradies in Form eines Gartens ein. Wälchli starb vor einigen Jahren. Bis vor kurzem wurde seine Anlage als Schrebergarten genutzt. (ghi)