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Basler Zeitung, 05.11.2001

Ein Jahrzehnt Sauriermuseum - Frick feierte

 

Seit der Eröffnung im Jahre 1992 haben rund 60 000 Menschen das Sauriermuseum in Frick besucht. Am Freitagabend feierten Behördenvertreter, Saurierkommission und geladene Gäste das Zehnjährige mit der Präsentation des neusten Fundes, eines Fischsaurier-Schädels.

Präparator Ben Pabst (vorne) und Elmar Meier - er war am Fund mitbeteiligt - vor der Vitrine mit dem Fischsaurier-Schädel. Foto Peter LarsonPräparator Ben Pabst (vorne) und Elmar Meier - er war am Fund mitbeteiligt - vor der Vitrine mit dem Fischsaurier-Schädel. Foto Peter Larson

Frick. sik. Ruth Picard, Fricker Gemeinderätin und Präsidentin der Saurierkommission, kam am Freitagabend angesichts der uralten Knochen und Skelett-Teile in den Schaukästen des Sauriermuseums nicht umhin, ein paar Zahlen ins rechte Licht zu rücken: «Wenn wir bedenken, dass die Saurier vor über 65 Millionen Jahren unsere Gegend bevölkerten, so ist ein Jahrzehnt verschwindend klein», gab sie den zahlreichen Gästen im Museum zu bedenken. Sie alle waren gekommen, den zehnten Geburtstag des Sauriermuseum Frick zu feiern. Mit Blick auf die beachtliche Zahl von 60 000 Besuchern und die 2000 Führungen im Verlauf der letzten zehn Jahre befand Picard dann aber doch: «Wir dürfen stolz darauf sein, dass unser Museum so viel Beachtung gefunden hat.»

«Etwas vom Schwierigsten»
Das Geschenk zum Zehnjährigen machte sich das Museum gleich selber und zwar in Form eines zusätzlichen Ausstellungsobjektes. Seit Freitag ergänzt ein Schädelfragment eines Ichthyosaurus (Fischsaurier) die Ausstellung. Hans Hartmann hatte das Stück vor zwei Jahren im Arietenkalk der Tongrube Frick gefunden und dem Museum zur Verfügung gestellt. An Präparator Ben Pabst war es dann, in mühevoller Kleinarbeit die Knochen vom Stein zu trennen, so dass Details jetzt auch für den Laien sichtbar sind. Wie lang der Weg vom verwitterten Fundgegenstand zum präparierten Ausstellungsobjekt war, beschrieb Ruth Picard am Freitag so: «Für mich war dieser Fund damals ein Stück Stein, und ich war sehr erstaunt, als die Fachleute aus der Saurierkommission erklärten, wo Zähne und Kiefer zu sehen seien.» Ben Pabst formulierte es kurz und bündig: «Es war etwas vom Schwierigsten, was ich bisher gemacht habe.»

Der Delfin unter den Sauriern
Professor Hans Rieber, Leiter des Paläontologischen Instituts der Universität Zürich und Mitglied der Fricker Saurierkommission, machte die Anwesenden in der Folge mit der Gattung der Fischsaurier bekannt.

«Was heute die Delfine unter den Säugetieren sind», so der Fachmann, «das waren zur Zeit des Erdmittelalters die Fischsaurier unter den damaligen Reptilien.» Die Körperform der Ichthyosaurier sei deshalb recht gut bekannt, weil man eine grosse Anzahl vollständiger Skelette gefunden habe, bei denen die Knochen noch weitgehend im ursprünglichen Verband lägen, erklärte der Professor. Gegenüber anderen Saurieren ist der Schädel des Fischsauriers stark verlängert und macht etwa ein Viertel der gesamten Körperlänge aus. Der Körper ist stromlinienförmig und endet mit einer senkrecht gestellten Schwanzflosse. Vorder- und Hinterextremitäten sind paddelförmig und weisen eine grosse Zahl von Finger- und Zehenglieder auf.

Wie die Untersuchung des Mageninhalts bei diversen Funden ergeben habe, hätten die Fischsaurier in erster Linie Jagd auf Tintenfische gemacht, erklärte der Paläontologe.

Ein Lied und eine Broschüre
Ins Schmunzeln kam die Geselschaft bei der musikalischen Einlage von Rico Biaggi (Gesang) und Annemarie Meier (Cello). Sie trugen ein Lied mit dem Titel «Der letzte Ichthyosaurus» vor. Bevor sich die Geburtstaggesellschaft auf Einladung des Fricker Ammanns Anton Mösch zum Essen in den «Adler» begab, präsentierte Rainer F. Foelix die neue Museums-Broschüre «Dinosaurier & Ammoniten, Fossilfunde aus dem Fricktal». Neben Foelix, waren René Kindlimann, Christoph Meyer, Hans Rieber und Iwan Stössel - alllesamt Mitglieder der Saurierkommission - massgeblich an der Broschüre beteiligt, die einen ausführlichen Begleittext zu den im Museum ausgestellten Objekten enthält. Die Broschüre kann im Sauriermuseum zum Preis von zehn Franken bezogen werden.