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Neue Fricktaler Zeitung, 16.02.2007

Ausserordentlich schön präparierter Raubsaurier

Von: Martin Binkert

Sensationeller Fund wird untersucht

Der in Frick gefundene Raubsaurier wird präpariert und wissenschaftlich untersucht. Anschliessend wird das Prachtstück im Sauriermuseum Frick ausgestellt.

Frick. Letztes Jahr wurde in der Tongrube Gruhalde in Frick ein sensationeller Fund gemacht. In einer Erdschicht, wo niemand diese Versteinerung erwartet hatte, wurden Überreste eines Raubsauriers gefunden. Der Paläontologe und Saurierspezialist Ben Pabst hatte am Ostersamstag nach einem Tipp des Basler Fossiliensammlers Michael Fischer die erste Grabung durchgeführt, eine weitere folgte im Mai. Dem Saurierspezialisten war von Anfang an klar, dass es sich bei diesen versteinerten Teilen eines Skelettes um einen sensationellen Fund handelt. Er vermutet, bei diesen Überresten handle es sich um ein Tier der Gattung Liliensternus. Davon gibt es in Europa bisher erst vier oder fünf Funde.

Inzwischen wurde der Fricker Fund mit grossem Aufwand fein säuberlich konserviert und präpariert. Die Präparation zahlt die Universität Zürich. Der Fund wird durch zwei Studenten, die kurz vor ihrem Master-Abschluss stehen, wissenschaftlich auswerten. Dieser Raubsaurier ist bisher der einzige Raubsaurier, der in der Schweiz gefunden wurde. Zudem stellt er als grosse Besonderheit den Übergang von Sauriern mit fünf Fingern zu drei, beziehungsweise zwei Fingern dar.

In etwa einem Jahr kehren die präparierten Teile des Skelettes nach Frick zurück und dürften zu einem Prunkstück im Sauriermuseum Frick werden. «Höchst wahrscheinlich kommen diese in eine eigene Vitrine, die von beiden Seiten einsehbar ist», sagte Museumsleiterin Monica Rümbeli. Das Sauriermuseum Frick ist das einzige Museum der Schweiz, das über das vollständige Skelett eines Dinosauriers verfügt. Eindrücklich ausgestellt wird das Skelett des in Frick gefundenen Dinosaurus Plateosaurus, eines Planzenfressers, der vor 200 bis 220 Millionen Jahren lebte.

Schwarz heben sich die Reste einer Saurierhand von dem silbergrauen Gestein ab: ganz links die Krallen, rechts oben der Oberarmknochen, rechts unten Unterarm mit Elle und Speiche, anschliessen die Handwurzelknochen.
Schwarz heben sich die Reste einer Saurierhand von dem silbergrauen Gestein ab: ganz links die Krallen, rechts oben der Oberarmknochen, rechts unten Unterarm mit Elle und Speiche, anschliessen die Handwurzelknochen. Foto: Ben Pabst