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Aargauer Zeitung, 28.09.2005

«Ich schlüpfe in die Saurierrolle»

Von: Werner Hostettler

Der Gemeinderat gratuliert Monica Rümbeli zur 1000. Führung durch das Sauriermuseum.

Mit viel Charme, Temperament und Fachwissen führt sie Besucher aus allen Windrichtungen durch die Zeit ins Erdmittelalter zurück und gerade eben hat sie die 1000. Gruppe empfangen: Dino-Fan Monica Rümbeli, seit sieben Jahren aktiv im Sauriermuseum Frick tätig.

Monica Rümbeli mit Drittklässlern während ihrer 1000. Führung im Sauriermuseum (Foto: hot)
Monica Rümbeli mit Drittklässlern während ihrer 1000.
Führung im Sauriermuseum (Foto: hot)

Natürlich habe sie sich schon darüber gefreut, dass sie Gemeinderat Daniel Suter und Gemeindeschreiber Heinz Schmid aus Anlass der 1000. Führung mit einem Blumenstrauss überraschten, stellt Monica Rümbeli im Gespräch mit der AZ fest, doch: «Für mich steht das Sauriermuseum ganz klar im Vordergrund.»

Aber wie kommt es, dass sie als gebürtige Ostschweizerin und studierte Chemikerin sowie Naturwissenschafterin, die unter anderem an der ETH Zürich Grundlagenforschung betrieb und auch in Afrika tätig war, im Untergeschoss des Schulhauses 1912 in Frick die aus allen Windrichtungen anreisenden Besucher zurück in die Welt der Dinos entführt? Ihre Antwort auf diese Frage: «Indem ich erstens auf ein kleines Inserätchen stiess, mich zweitens um die Stelle der Museumsführerin bewarb und drit- tens als dafür tauglich befunden wurde . . .»

Und so kam es, dass Monica Rümbeli am 14. November 1998 ihre erste Führung hatte, an die sie sich noch sehr genau erinnert: «Wie jetzt bei der 1000. Führung mit äusserst wissbegierigen Drittklässlern aus Weiach war es auch damals eine Schulklasse. Und ich war grausam nervös.»

Saurier die zweite Heimat
Auch nach 1000 Führungen mit insgesamt rund 15 000 Besuchern ist Monica Rümbeli nach wie vor mit ebenso viel Herzblut wie Begeisterung dabei, und sie kennt auch keine Ermüdungserscheinungen - dies ganz im Gegenteil: «Diese Aufgabe ist für mich nach wie vor eine echte Herausforderung und damit total faszinierend und interessant, es ist mir auch noch nie langweilig gewesen, und dies wird ganz sicher auch in Zukunft so bleiben.» Zudem gibt sie das Schulhaus 1912 in Frick als ihre Zweitadresse an, denn: «Das Sauriermuseum ist zu meiner zweiten Heimat geworden.»

Der Gemeindeschreiber Heinz Schmid bezeichnet Monica Rümbeli als absoluten Glücksfall für die Gemeinde, weil sie über eine unerhörte Fachkompetenz verfüge und damit auch viel Fachkenntnis einbringe, was natürlich die Attraktivität des Sauriermuseums enorm steigere.

Monica Rümbeli, die sich selbst als totaler Naturfan bezeichnet, will aber nicht einfach die Besuchergruppen «durch das Museum schleusen und ihnen den Kopf mit Sauriernamen vollstopfen», sondern Jung und Alt gleichermassen dazu anregen, selber etwas zu unternehmen in und mit der Natur, denn: «Es ist immer wieder erstaunlich, wie erwachsene Besucher erst der Meinung sind, das hier sei doch nur etwas für die Kinder, dann aber plötzlich voll Begeisterung erklären, dass sie nie geglaubt hätten, wie interessant und total faszinierend die Geschichte der Saurier im Grunde genommen sei.»

Bogen zur Natur schlagen
Monica Rümbeli würzt ihre Präsentationen nicht nur mit allerlei Fachwissen. Sie fordert die Besucher zum Mitmachen heraus, gibt Kommentare und Erklärungen ab und sorgt auch für eine Prise Unterhaltung. «Alle unsere kleinen und grossen Gäste sollen das Sauriermuseum in Frick als tolles und unvergessliches Erlebnis in bester Erinnerung behalten.»

Und wenn ihr eine Frage gestellt wird, die sie (was eher selten der Fall ist) nicht auf Anhieb beantworten kann, dann lässt ihr dies keine Ruhe und sie geht der Sache nach, bis sie die Antwort gefunden hat.

Sehr daran gelegen ist ihr, die Kinder dazu anzuregen, nach dem Besuch im Museum nicht einfach an den Sauriern kleben zu bleiben, sondern sich mit der Natur ganz allgemein zu beschäftigen: «Es ist für mich immer wieder erschreckend, feststellen zu müssen, wie wenig die Stadtkinder über die Natur wissen, darum möchte ich hier einen Bogen schlagen.» Und natürlich wählt sie bei Kindergruppen nicht die gleiche Vortragssprache wie etwa bei einer Gruppe von Wissenschaftern: «Wenn Kindergärtler kommen, dann schlüpfe ich in die Rolle der Saurier.»

Nun sind aber die Dinos nicht etwa die einzigen Wesen, mit denen sich Monica Rümbeli beschäftigt, denn da ist einmal die von ihr aufgebaute Versuchsstation für Weinbergschnecken, und da sind die sie ebenfalls faszinierenden Hummeln und die Raupen. Da gibt es aber auch noch «die andere» Monica Rümbeli, nämlich die diplomierte Psychologin, die in ihrer Privatpraxis unter anderem Gesprächs- und Körpertherapien anbietet - dies natürlich und ausschliesslich für Menschen . . .

Das Sauriermuseum in Frick
Als einziges Museum der Schweiz zeigt das Sauriermuseum Frick ein vollständiges Skelett eines Plateosaurus, das in einer Tongrube bei Frick geborgen werden konnte. Nebst zahlreichen Fossilien ist auch ein Film über die spannende Entdeckungsgeschichte der Fricker Dinosaurier zu sehen. Ein Besuch des Museums ist nicht nur für Einzelbesucher, sondern speziell auch für Familien und Schulklassen lohnend. Für Gruppen werden auch Führungen angeboten.

Aus dem geologischen Aufbau der Tongrube in Frick lässt sich ablesen, dass nach der Zeit der Dinosaurier das ganze Land vom Meer überschwemmt wurde. Dies bezeugen reichhaltige Funde.

Das Sauriermuseum ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (az)