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22.5.2017 : 21:08 : +0200

Dritte Grabung

Grossgrabung mit Unterstützung von Earthwatch

1988 wurde daher eine weitere Grossgrabung angesetzt. Diesmal jedoch mit dem Hauptziel, möglichst viele und verlässliche Hinweise zu sammeln, die über das Sterben und die spätere Einbettung im Sediment Auskunft geben können. Daneben sollte versucht werden, möglichst alle Fossilreste, auch mikroskopisch kleine, zu erfassen. Diese Grabung unterschied sich nicht nur in der Zielsetzung, sondern auch in der Art und Weise des Vorgehens, grundsätzlich von den früheren Grabungen in Frick. Waren es vorher jeweils wenige Personen mit entsprechendem Fachwissen, so arbeiteten bei dieser Grabung 70 Angehörige von "Earthwatch", einer amerikanischen Vereinigung von interessierten Freiwilligen, unter der Leitung von wenigen Fachleuten.

Neue Erkenntnisse

Nach den bei dieser Grabung gewonnenen Erkenntnissen mussten die bisherigen Vorstellungen über die Entstehung des Fricker Plateosaurier Vorkommens geändert werden. Die vollständigeren Saurierreste sind ähnlich eingebettet, und zwar weist die Bauchseite nach unten, und die Hinterbeine sind abgespreizt. Daraus kann mit etwas Vorsicht der Schluss gezogen werden, dass die Kadaver nicht vom Wasser an den Einbettungsort transportiert worden sind, sondern dass die Tiere im damals weichen Untergrund von Schlammlöchern einsanken. Tiere, welche sich nicht mehr befreien konnten, verendeten schliesslich und wurden später von Schlamm zugedeckt.

Die sterbenden oder schon toten Plateosaurier wurden von Raubsauriern heimgesucht, wie vereinzelte Funde von Reisszähnen belegen. Es handelte sich dabei um kleine, leichte Saurier, die offenbar nicht einsanken. Ausser Plateosaurus und den nur durch Zähne belegten Raubsauriern konnten auch andere Wirbeltiere nachgewiesen werden. Es sind zum Teil mikroskopisch kleine Reste von wasserlebenden Tieren, und zwar von Krokodilen, von gewöhnlichen Fischen, von Lungenfischen und erstaunficherweise auch von kleinen Süsswasser Haien, wie diese Bilder zeigen. Diese Funde weisen auf mindestens vorübergehend vorhandene Süsswasserseen hin.