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23.6.2017 : 12:31 : +0200

Plateosaurierfunde


Plateosaurier

Körper

Der Plateosaurier ist der erste grosse Dinosaurier der Erdgeschichte und wies eine Körperlänge von 7 - 8 Metern auf.

Kopf

Der Kopf ist relativ klein (30 - 40 cm). Aus seiner Bezahnung - etwa 60 spatelförmige Zähne pro Kiefer, die vorn und hinten scharfe, gesägte Schneidekanten aufwiesen - lässt sich auf einen Pflanzenfresser schliessen.

Beine und Gangart

Die Hinterbeine sind wesentlich grösser als die Vorderbeine; beide sind mit kräftigen Klauen ausgerüstet, die vermutlich zum Ausgraben von Pflanzenteilen und zur Verteidigung gedient haben. Über die Gangart wurde viel gestritten; mal wurde der Vierfüssergang propagiert, heute nimmt man an, dass Plateosaurier auf den grossen Hinterbeinen gelaufen sind.

Skelett
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Skelett des Plateosaurus engelhardti, Zeichnung von R. Kindlimann

Alter

Plateosaurier-Knochen stammen aus der oberen Trias, sind also über 200 Millionen Jahre alt. Der Plateosaurier steht somit an der Wurzel der Dinosaurier-Entwicklung. Die meisten Saurier erschienen erst in der Jura und Kreidezeit - viele Millionen Jahre später.

Ernährung

Man nimmt heute an, dass sich die Plateosaurier von Pflanzen ernährten, und zwar wohl in erster Linie von Schachtelhalmen. Mit ihren kräftigen, krallenbewehrten Beinen konnten sie durch Graben auch an die nährstoffreichen, unterirdischen Rhizome und Reserveknollen dieser Pflanzen gelangen und mit dem äusserst scharfen Gebiss die freigelegten Pflanzenteile mühelos zerschneiden.

Lebensweise

Aus dem relativ häufigen Vorkommen vieler und umfangreicher Reste von Plateosauriern schliesst man, dass die Plateosaurier in ganzen Herden gelebt haben wie heute viele grosse, pflanzenfressende Säugetiere: Zebras, Gnus und Elefanten. Auf der Suche nach Nahrung mussten sie in dem flachen, zeitweise überschwemmten, zeitweise weitgehend ausgetrockneten wüstenhaften Land weit herumziehen. Gelang es ihnen nicht, genügend Nahrung und Wasser zu finden, so verhungerten oder verdursteten sie, und ihre Kadaver blieben liegen.

Beim nächsten kräftigen Regen wurden ganze ausgetrocknete Kadaver oder Teile davon von den entstehenden Schlammströmen mitgerissen und zusammen mit dem Schlamm an tieferen Stellen wieder abgelagert. Im Verlauf der Zeit trocknete der Schlamm aus und setzte sich dabei. Dadurch und durch die Auflast neuer Ablagerungen wurden die spröd gewordenen Knochen der Dinosaurier zerbrochen und mehr oder weniger plattgedrückt. Die ausgetrockneten Weichteile wie Muskeln, Bänder und Haut wurden allmählich restlos zersetzt und sind nicht erhalten.

Gattung

Die riesigen pflanzenfressenden Dinosaurier aus der Jurazeit wie Diplodocus, Brachiosaurus und Seismosaurus werden von der Wissenschaft als Sauropoden oder Elefantenfüsser benannt. Plateosaurus und nah verwandte Formen aus der oberen Trias sind zeitlich gesehen Vorläufer, und werden deshalb als Prosauropoden bezeichnet.

Vorkommen

Die Prosauropoden, zu denen Plateosaurus gehört, waren weit verbreitet. Plateosaurus ist allerdings nur aus Mitteleuropa, vor allem aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich, bekannt geworden. Neben Frick gibt es noch zwei weitere bedeutende Plateosaurus Fundstellen, nämlich Trossingen in Süddeutschland nahe bei Rottweil und Halberstadt im Norden Deutschlands.

An beiden Fundorten fanden schon anfangs dieses Jahrhunderts sehr erfolgreiche Grabungen statt. Heute ist Halberstadt nicht mehr zugänglich. In Trossingen wird seit 2007 wieder gegraben. Die Fundstätte liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, ein idealer Ort für Paläontologen.

Montierte Skelette sind in verschiedenen in- und ausländischen Museen ausgestellt. Eine lebensnahe Rekonstruktion von Plateosaurus kann im Naturhistorischen Museum Basel besichtigt werden.