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20.8.2017 : 7:47 : +0200

Die letzte Mahlzeit - eine Brückenechse

Mageninhalt des Raubdinosauriers.

Zwischen den Rippen und Bauchrippen des Rumpfes ist auf der Gesteinsoberfläche der Mageninhalt des Raubdinosauriers als dunkelfleckige Ansammlung kleiner Skelettelemente erhalten. Die Masse besteht aus zahlreichen zarten Knochen und winzigen Zähnen. Mit dem Mageninhalt kennen wir die letzte Mahlzeit des Fricker Raubdinosauriers und damit auch einen Teil seines Beutespektrums.

Eindeutig identifizierbar sind akrodonte Zähne und Kieferknochen einer Brückenechse. Aber auch kleine Reste weiterer Lepidosaurier, wie Eidechsen, und kleine Archosaurier, wie Flugsaurier und Krokodilier-Verwandte sind als Beute denkbar.

Kiefer der Brückenechse mit akrodonten Zähnen Kiefer einer BrückenechseFür Brückenechsen sind akrodonte Zähne charakteristisch. Der Begriff akrodont bezieht sich auf den Typ der Zahnbefestigung, der bei Wirbeltieren unterschiedlich ist. Akrodonte Zähne sitzen auf den Kieferknochen, während zum Beispiel die thekodonten Zähne der Dinosaurier (und auch der Menschen) in Zahnfächer (Alveolen) der Kiefer eingelassen sind.

Heute ist das Vorkommen von Brückenechsen mit der Gattung Sphenodon auf einige kleine, der nördlichen Hauptinsel Neuseelands vorgelagerte Inseln beschränkt. In der Späten Trias und im Späten Jura waren Brückenechsen jedoch häufigere und weiter verbreitete
Faunenelemente.

Das im Mageninhalt des Fricker Raubdinosauriers gefundene Brückenechsen-Material passt am besten zu der ähnlich wie Sphenodon aussehenden spättriassischen Gattung Clevosaurus. Die fossile Gattung war mit etwa 30 cm Länge jedoch kleiner als die 60 cm lange rezente Gattung Sphenodon und hatte im Bereich der Trias/Jura-Grenze eine weltweite Verbreitung.

Als Nahrung der Brückenechsen kommen am ehesten Insekten und Pflanzen in Frage.